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"WENN NICHTS MEHR GEHT"
Verwendete man früher für das
"Nicht-mehr-Können" fälschlicherweise den Begriff
"Impotenz", so spricht man
heute von einer erektilen Dysfunktion (Erektionsstörung =
E.D.).
Die erektile Dysfunktion ist definiert als die Unfähigkeit, eine
Erektion zu erreichen oder aufrecht zu erhalten, die für ein
befriedigendes Sexualleben ausreicht.
Schätzungsweise 600.000 Männer sind in
Österreich von
erektiler Dysfunktion betroffen.
Mit zunehmendem Alter tritt die E.D. häufiger auf, ist
jedoch
keine normale Alterserscheinung.
Ein großes Problem zur Therapie der E.D. liegt
darin, dass
Patienten und manchmal auch Ärzte es vermeiden, über
Sexualität zu sprechen.
Der Erektionsmechanismus ist ein komplizierter Vorgang.
Lust und Erektion beginnen im Kopf. In einem bestimmten Bereich des
Gehirns befindet sich das "Lustzentrum", von dem aus Impulse über
das Rückenmark und über Nerven in den Penis geleitet werden,
wodurch es zu einer Blutfülle im Penis und zur anschließenden
Erektion kommt.
Sowohl organische (=körperliche) als auch psychische
Ursachen
können eine erektile Dysfunktion bedingen.
Typische organische Ursachen sind:
- Diabetes mellitus (Zucker)
- Herz- Kreislauferkrankungen
- verschiedene Arzneimittel (insbesondere Blutdrucksenker)
- Alkohol
- Nikotin
- Operationen im Beckenbereich (z.B.
Prostatakrebsoperationen!)
- Verletzungen und Erkrankungen des Rückmarks.
Eine erektile Dysfunktion bedarf immer einer ärztlichen
Untersuchung
Häufig finden sich ja bei Männern
mit diesen
Problem auch Veränderung an den Herzkranzgefäßen.
Für den behandelnden Arzt ist eine gezielte Diagnostik
unumgänglich: obligat ist eine ausführliches Gespräch,
die körperliche Untersuchung, meist eine Blutabnahme;
eingreifendere Untersuchungen sind selten angezeigt.
In der Behandlung der erektilen Dysfunktion unterscheiden wir
heute verschiedene Methoden:
- Risikofaktoren begrenzen (Alkohol, Nikotin, Stressabbau,
Zuckereinstellung, etc.)
- Behandlung mit erektionsfördernden oder hormonellen
Medikamenten
- Schwellkörper-Selbstinjektion
- Vakuumpumpe
- Operationen wie Penisprothese oder
Gefäßrekonstruktion
- Psychotherapie
Mit der Einführung von "Viagra" hat sich die Therapie
der E.D. entscheidend verändert. Viagra wirkt direkt im
Penisbereich durch eine Erhöhung der Blutzufuhr. Mittlerweile gibt
es mehrere Jahre Erfahrung mit diesem Präparat und es stellte sich
heraus, dass Viagra eine sichere Substanz ist, wenn sie vom richtigen
Patienten nach entsprechender ärztlicher Fachberatung und
Verschreibung richtig eingenommen wird.
Ein zweites Medikament steht ebenfalls in Tablettenform zur
Verfügung:
Uprima bzw. das identische Ixense; diese bewirken die Erektion über
eine Stimulierung des Lustzentrums im Gehirn.
Bei Mangel des männlichen Sexualhormons konnte man bisher nur mittels
Injektionen und Implantaten den Blutspiegel des männlichen Sexualhormons
Testosteron anheben. Seit kurzem steht aber jetzt ein auf die Haut
aufzubringendes Testosteron-Gel ("Testogel®" von der Fa. Schering)
zur
Verfügung. Mit Testogel® steht den Ärzten eine neuartige Form der
Behandlung des Testosteron-Mangel-Syndroms beim Mann zur Verfügung. Dabei
wird Testosteron 1xtäglich transdermal appliziert. In klinischen Studien
wurde nachgewiesen, dass Testogel® die Testosteron-Spiegel rasch in
den
physiologischen Bereich anhebt und dieser kontinuierlich bestehen bleibt.
Dabei werden Steady-State Bedingungen bereits ab dem 2. Behandlungstag
erreicht. Durch leichte Anhebung der Testosteron-Spiegel ca. 2 Stunden
nach der Applikation wird die physiologische zirkadiane Rhythmik der
Testosteron-Ausschüttung bei eugonadalen Männern nachempfunden.
Wenn weder die Begrenzung der Risikofaktoren noch die medikamentösen Behandlungen zum gewünschten Erfolg führen, dann stehen diesen Männern aufwändigere Methoden zur Verfügung z.B.:
Selbst-Injektionstherapie in den Penis: hier wird mittels einer winzigen
Nadel - ähnlich wie sich manche Zuckerkranke Insulin spritzen -
Substanzen direkt in den Schwellkörper eingebracht werden
Vakuumpumpe: in einer Plexiglashülle über dem Penis wird ein
Unterdruck erzeugt, sodass im Penis eine Blutfülle entsteht, die
nach Entfernen der Hülle mit einem Kunststoffring an der Penisbasis
erhalten wird. Es ist eine sichere Methode ohne Risiken, aber in Europa
nicht sehr verbreitet.
Führen all diese Behandlungen nicht zum Erfolg, bleibt als letzter
Ausweg das Einsetzen einer Penisprothese.
Es wird hierbei zwei Silikonzylinder in die Schwellkörper des Penis
eingepflanzt, welche bei Bedarf mittels eines unter der Haut liegenden
Pumpensystems aufgefüllt bzw. wieder entleert werden
können.
Liegen keine organischen Ursachen für eine erektile Dysfunktion
vor, ist es oftmals zielführend, neben den genannten
medikamentösen Therapiemöglichkeiten dem Betroffenen eine
Psychotherapie zu empfehlen, die für einen dauerhaften Erfolg
wesentlich scheint.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine klare Definition für
die E.D. aufgestellt:
"Erektile Dysfunktion ist keine Frage des Lebensstils,
sondern
eine Erkrankung. Der Patient hat ein Recht auf seine sexuelle
Gesundheit."
Der für diese Probleme zuständige Fachmann ist der Urologe,
dieses Spezialgebiet der Urologie wird auch "Andrologie"
genannt.
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